Teilerfolg?!

Meine Vorhersage, dass die Guttenberg-Affäre in einem faulen Kompromiss enden würde, hatte ich nach dem Publicity-Stunt des Verteidigungsministers schon abgehakt, aber am Ende offenbart sich doch alles. Nun greifen die Räder ineinander und die Maschinerie läuft wieder zu Gunsten des Freiherrn zu Guttenberg.

Nachdem der Minister medienwirksam auf seinen Doktortitel verzichtete, hat die Universität zu Bayreuth diesem Ansinnen entsprochen und Herrn zu Guttenberg die Doktorwürde entzogen.

Doch – und jetzt kommt der etwas faule Kompromiss – gleichzeitig verzichtet die Universität auf eine weitere Prüfung des Falls, so dass eine finale Wertung über die Arbeit ausbleibt. Nun werden wir von der Universität zu Bayreuth wohl nie hören, ob die stark kritisierte Arbeit des Ministers ein dreistes Plagiat ist oder – wie uns der Freiherr glauben machen möchte – einfach nur handwerklich schlecht gemacht. „Natürlich“ wurde auf die Universität kein Einfluß genommen bei dieser Entscheidung.

So kann der Verteidigungsminister einen ersten Teilerfolg verbuchen: von offizieller Seite muss er keine Befürchtungen mehr haben, ein Plagiator geschimpft zu werden. Damit sind die formaljuristischen Fallstricke für die Karriere des Ministers aus dem Weg geräumt. Und die verbleibende Kritik kann man aussitzen..

Schade, dass diese Winkelzüge so durchsichtig und letztlich doch vorhersagbar sind.