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Der Hellseher: Bundesliga 2021/22 – 19. Spieltag

Mal schauen, in welchem Ausmaß Corona diesen Spieltag durcheinander bringt. Wenn manche Mannschaften fast nur mit Amateuren oder Drittligaspielern bestreiten müssen, darf man durchaus mal von Wettbewerbsverzerrung reden. Auch wenn´s am letzten Spieltag die Bayern erwischt hat, was wieder für etwas künstliche Spannung in der Bundesliga sorgt – so richtig prall ist das alles nicht.

Nur mal so als Vergleich: im Schachverbund Nordrhein-Westfalen hätten am letzten Sonntag 24 Partien auf Ebene der Verbandsbezirksliga stattfinden sollen – am Ende wurde nur an zwei Orten Schach gespielt, alle anderen Teams haben sich vertagt. Der kluge Mensch baut halt vor.

Borussia Dortmund – SC Freiburg 3:1
VfL Wolfsburg – Hertha BSC 0:0
1. FC Union Berlin – TSG Hoffenheim 1:1
VfB Stuttgart – RB Leipzig 1:3
1. FSV Mainz 05 – VfL Bochum 1:1
1. FC Köln – Bayern München 0:2
Bor. Mönchengladbach – Bayer 04 Leverkusen 1:2
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt 0:3
Arminia Bielefeld – SpVgg Greuther Fürth 0:0

Ergebnis 18. Spieltag: 3 richtige Tendenzen, 1 richtiges Ergebnis => 6 Punkte
Saisonstand: 93 Punkte

Über 1800!

Erstmalig in meiner fast 30-jährigen Schach“karriere“ habe ich die Grenze von 1800 DWZ-Punkten durchbrochen. In den letzten Jahren habe ich immer wieder an der Schwelle gekratzt, aber jetzt hat es endlich geklappt.

Die Mannschaft hat leider nur für Platz 3 in der Bezirksliga erreicht, wahrscheinlich haben wir zu häufig dezimiert gespielt, um auf mehr zu hoffen. Spielerisch wäre auch jeden Fall auch Platz zwei möglich gewesen.

Jetzt heißt es, die eigene gute Leistung auch in der nächsten Saison zu zeigen und diese Wertungszahl zu halten.

Deppenleerzeichen beim Deutschen Schachbund

Gerne rede ich mir ja ein, dass Schach ein Sport ist, dessen Ausübende überdurchschnittlich gebildet sind. Wahrscheinlich ist das wirklich pure Einbildung, zumindest bemüht sich der Deutsche Schachbund nicht, diese gewagte These zu untermauern.

Deppenleerzeichen beim Deutschen Schachbund sind ja schon schlimm, aber auch die alte Faustregel „Subjekt – Prädikat – Objekt“ wird schlicht ignoriert.

Cheater?

Bei chess24 schrieb mir ein unterlegener Gegner folgendes:

Offenbar möchte mir der freundliche Lockenkopf das betrügerische Nutzen von Computerprogrammen unterstellen. Also habe ich mir das Spiel angeschaut und konnte mich selbst beruhigen. Ich habe nicht außergewöhnlich toll gespielt. Vielmehr hat mir der vorlaute Herr einfach mal so eine Dame geschenkt:

Mit so einem materiellen Vorteil schaffe selbst ich es, eine Partie erfolgreich zu beenden.

Doch kein Cheater.

Schönes Matt

Beim Online-Blitzen ist mir ein optisch schönes Matt gelungen.

chess_mate

Was optisch wirklich nett aussieht, war das Ergebnis einer eher einseitigen Partie bei chess24.

[pgn]
[White „not-A-pro“]
[Black „elroyguess“]
[Result „0-1“]
[WhiteElo „1623“]
[BlackElo „1799“]
[PlyCount „76“]

1. e4 e6 2. Nf3 d5 3. e5 c5 4. c3 Nc6 5. Bb5 Bd7 6. O-O Nxe5 7. Bxd7+ Nxd7 8.
d4 Ngf6 9. Ne5 Be7 10. f4 O-O 11. Na3 cxd4 12. cxd4 Bxa3 13. bxa3 Ne4 14. Qb3
Nb6 15. Rf3 Rc8 16. Rh3 h6 17. Rh5 Rc3 18. Qb5 Qc7 19. Qf1 Rc2 20. Be3 Qc3 21.
Qf3 Qxa1+ 22. Qf1 Qxf1+ 23. Kxf1 Rxa2 24. f5 Rxa3 25. Bf4 exf5 26. Rxf5 g6 27.
Nxg6 fxg6 28. Rxf8+ Kxf8 29. Bxh6+ Kf7 30. h4 Nc4 31. Ke2 b5 32. g4 b4 33. h5
gxh5 34. gxh5 b3 35. Bc1 Ra2+ 36. Kd3 b2 37. Bxb2 Rxb2 38. h6 Rd2# 0-1
[/pgn]

Ende schön, alles schön

Heute möchte ich euch zwei Schachpartien zeigen, die ich online gespielt habe. Ich möchte gar nicht so sehr auf meinen Fehlern oder denen meiner Gegner herumreiten, sondern die Schlussstellungen hervorheben, die mir sehr gut gefallen.

[pgn]
[White „Gegner“]
[Black „MG“]
[Result „0-1“]
[PlyCount „34“]

1. e4 e6 2. d3 d5 3. Nd2 Nf6 4. g3 dxe4 5. dxe4 Bc5 6. Bg2 Nc6 7. Ne2 Bxf2+ 8.
Kxf2 Ng4+ 9. Kg1 Ne3 10. Qe1 Nxc2 11. Qd1 Nxa1 12. Qa4 Bd7 13. Qd1 Nb4 14. a3
Nd3 15. Nc4 Nxc1 16. Nxc1 Bb5 17. Nd2 Qd4# 0-1[/pgn]

Und die zweite Partie:

[pgn]

[White „MG“]
[Black „Gegner“]
[Result „1-0“]
[PlyCount „63“]

1. b3 d5 2. Bb2 Nc6 3. e3 Bf5 4. Bb5 Nf6 5. Nf3 a6 6. Bxc6+ bxc6 7. O-O e6 8.
d3 Bd6 9. Ne5 Bxe5 10. Bxe5 O-O 11. Nd2 Nd7 12. Bb2 c5 13. Nf3 Bg6 14. Ne5 Nxe5
15. Bxe5 f6 16. Bb2 {Dieses ständige Hin und Her des äufers ist sicherlich
nicht gerade elegant.} c6 17. Qg4 Bf5 18. Qg3 Qb8 19. Ba3 Qb6 20. f4 Rfe8 21.
Bb2 Kh8 22. Qh4 c4 23. g4 $2 Qxe3+ 24. Kh1 Bg6 {Noch mal Glück gehabt.} (24…
c3 25. Bxc3 Be4+ $19) 25. f5 exf5 $2 26. gxf5 Bf7 27. Bxf6 Rg8 28. Bd4 Qd2 29.
Rf2 Qa5 {Jetzt ist die Dame schön weit weg vom Ort des Geschehens.} 30. Rg2
Qd8 31. Qh6 Bg6 {Beschleunigt das Ende nur und schafft eine schöne
Schlussstellung – der Computer hatte auch im Falle der besten Fortsetzungen
ein Matt in 8 Zügen im Auge.} 32. fxg6 1-0[/pgn]

Ende schön, alles schön.

Die Hilfe meines Gegners

Leider war ich der einzige Spieler meiner Mannschaft, der bei der heutigen Niederlage einen vollen Punkt einfahren konnte. Als Mannschaft war die 3,5-4,5-Niederlage gegen Kamen 4 völlig unnötig, aber letztlich war sie verdient, da teilweise deutliche Spielstärkenunterschiede nicht in ganze Punkte umgemünzt werden konnte. Das habe ich geschafft, wenn auch mit etwas Hilfe meines Gegners.

[pgn]
[Event „Bezirksliga 2015/16“]
[Site „?“]
[Date „2016.01.31“]
[Round „7“]
[White „Grasse, Herbert“]
[Black „Gäßner, Marcus“]
[Result „0-1“]
[ECO „A07“]
[WhiteElo „1713“]
[BlackElo „1768“]
[Annotator „Gäßner,Marcus“]
[PlyCount „80“]

1. Nf3 Nf6 2. g3 d5 3. Bg2 g6 4. O-O Bg7 5. d3 O-O 6. c3 c6 7. Qc2 Nbd7 8. e4
dxe4 9. dxe4 e5 10. Na3 b5 11. Bg5 h6 12. Bd2 Qe7 13. Rad1 Rd8 14. Bc1 a5 15.
Rfe1 Bb7 16. Nd2 Nc5 17. Bf1 Rd7 18. f3 Rad8 (18… a4 {Weiß steht extrem
beengt}) 19. Nb3 Rxd1 20. Rxd1 Rxd1 21. Qxd1 Nxb3 22. Qxb3 Qc5+ {Am Ende des
ganzen Abtausch hat Schwarz plötzlich Schwierigkeiten, seine Position zu
halten.} 23. Kg2 Qd6 24. Be3 Bc8 25. Qc2 Be6 26. c4 b4 27. c5 Qd7 {Hier habe
ich Remis angeboten, was mein Gegner verständlicherweise abgelehnt hat. Weiß
steht deutlich aktiver.} 28. Nc4 Bxc4 29. Qxc4 Qc7 30. Kf2 $2 {Das bringt den
König unnötig auf die Diagonale, auf der Schwarz angreifen muss. Plötzlich
wird der c-Bauer wieder ein interessantes Ziel. Dennoch steht Weiß weiter
besser.} (30. Qa6 {hält den Druck aufrecht und bindet die schwarzen Figuren
weiter}) 30… Bf8 31. Bh3 Qa7 32. Bc8 {Danach ist der weiße Vorteil quasi
verpufft und es wirkt ausgeglichen.} Nd7 33. Bxd7 Qxd7 34. Qa6 Qd1 {Und
plötzlich hat Schwarz eine bedrohliche Aktivität.} 35. Qe2 $2 {Hier bot mir
mein Gegner Remis an, was ich aber ablehnen musste, da er mir mit diesem Zug
deutlich Hilfe zum Sieg gab.} (35. Qxa5 Qc2+ 36. Kf1 Qxb2 $15) 35… Qh1 $1 36. g4
Qxh2+ 37. Ke1 Qh1+ 38. Kd2 $2 (38. Qf1 Qxf1+ 39. Kxf1 Kg7 $19 {hätte das
Spiel noch etwas gehalten}) 38… Qb1 39. b3 $2 {Jetzt brechen alle Dämme und
mein Gegner findet keine halbwegs ordentlichen Züge mehr.} Qxa2+ 40. Ke1 Qxb3
{Hier ist nichts mehr drin für Weiß. Es droht schon ganz simpel Lxc5 mit dem
Folgeschach auf c3. Im Angesicht dreier Mehrbauern und ohne Gegenspiel gab
mein Gegner auf.} 0-1[/pgn]

Nachdem ich bis dahin nur viermal Remis gespielt habe, durfte ich mich so über einen glücklichen ersten Saisonsieg freuen. Noch mehr gefreut hätte ich mich aber über einen Mannschaftssieg. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal..

Bilanz

Da hat ein Programmierer wohl nicht ganz aufgepasst.

Bei chess24 kann ich mir im Profil eines anderen Nutzers ansehen, wie meine Bilanz gegen den Spieler ist. Bei diesem betreffenden Schachfreund sieht die Bilanz mit 2,5:0,5 für mich eigentlich ganz gut aus, die Anzeige des Tools ist aber irgendwie nicht so toll.

bilanz_chess24

Ansonsten ist die Seite aber sehr empfehlenswert.

Wiederholung

Beim Schach kommt es sehr selten vor, dass man zweimal eine gleiche Partie spielt. Zwar ähneln sich viele Partien, aber spätestens nach 10 bis 15 Zügen finden sich Abweichungen. Gestern ist mir online das Kunststück gelungen, eine Partie zu wiederholen, die ich vor einigen Jahren im echten Leben schon mal gespielt und hier verbloggt habe.

Die Notation und die Endstellung.

Die Notation und die Endstellung.

Interessanterweise war wie damals mein Gegner kein Anfänger oder ein besonders schwacher Spieler, sondern wies eine Spielstärke auf, die in etwa der meinen entspricht.

schnellschach2

Zu früh aufgegeben

Gestern hatte ich beim Online-Schach Glück. In der folgenden Stellung hat mein Gegner (weiß) die Partie verloren gegeben, nachdem ich meinen Springer auf d2 platziert hatte.

zufrueh-1

Dummerweise habe ich mit meinem Zug eine gute Stellung weggeben. Hätte mein Gegner mit der Dame auf f8 geschlagen, hätte mir am Ende der Tauschorgie der letzte Einschlag auf e6 das Genick gebrochen. Zeit genug war ja noch auf der Uhr meines Gegners, diese nicht zu schwere Kombination zu sehen.

zufrueh-2

Nach Sxe6+ fällt ein weiterer Bauer (g7 oder c7), was die schwarze Stellung ziemlich verloren aussehen lässt.

 

Da hat mein Gegner einfach zu früh aufgegeben. Manchmal braucht man auch beim Schach etwas Glück.