Tag der Vorentscheidung

Heute Nachmittag findet die vorentscheidende 6. Runde der Bezirksliga des Schachbezirks Hamm statt. Es kommt in Bönen zum Spitzenspiel des SV Bönen gegen den SK Werne. Beide Mannschaften sind verlustpunktfrei, lediglich die etwas bessere Ausbeute an Brettpunkte läßt die Bönener vor uns in der Tabelle liegen. Es wird also spannend am heutigen Nachmittag.

Die bisherige Saison war für die Mannschaft – natürlich – sehr gut, auch wenn man sich nicht blenden lassen sollten. Von den fünf Gegnern waren vier Abstiegskandidaten und somit Pflichtübungen. Meine Bilanz ist mit 3,5 Punkten aus 5 Partien durchschnittlich.

Aber wagen wir mal einen kleinen Rückblick.

Zum Saisonauftakt waren wir beim Aufsteiger aus Werl zu Gast, der uns relativ wenige Probleme machte. Zwar mussten wir wegen kurzfristiger Erkrankung einen Punkt abgeben, in den restlichen Partien leistete Werl erschreckend wenig Gegenwehr. Lediglich mein Gegner hatte Normalform und so endete die Partie folgerichtig remis, auch wenn ich vielleicht etwas angenehmer stand. 6,5-1,5 war der verdiente Endstand zu unseren Gunsten.

In der zweiten Runde hatten wir wieder ein Auswärtsspiel, diesmal gegen die zweite Bönener Mannschaft. Während unser heutiger Gegner stark besetzt ist, wird es für das Reserveteam sehr eng. An den unteren Brettern kamen Nachwuchstalente zum Einsatz, was mein Glück war. Etwas forsch konnte ich einen Bauern gewinnen, um im Gegenzug dank eigener Passivität unter Druck zu geraten. Der Unerfahrenheit meines Gegners ist es zu verdanken, dass er diesen Druck schnell auflöste und in ein für mich klar besseres Endspiel abwickelte, was ich erfolgreich zum Sieg führen konnte. Ein weiteres 6,5-1,5 stand am Ende zu Buche.

Beim ersten Heimspiel der Saison gab es gleich die erste Hürde. Mit dem SV Unna kam ein weiterer Aufstiegsaspirant nach Werne. Ein hart umkämpfter Nachmittag endete mit einem 5-3-Sieg, wobei alle Partien einen Sieger fanden. Leider gehörte ich nicht zu den Siegern. Meine etwas harmlose Spielanlage verschlechterte sich in gegenseitiger Zeitnot, so dass ich am Ende die Waffen strecken musste.

In der vierten Runde durften wir nach Ahlen, einem weiteren Abstiegskandidaten. Anfangs lief alles gut, unsere Bretter 5, 7 und 8 gewannen schnell, es sah alles nach dem erwarteten Sieg aus. Doch plötzlich mussten unsere ersten drei Bretter trotz nomineller Überlegenheit die Waffen strecken, es stand 3-3. Doch diesmal hatte ich einen guten Tag erwischt, mir entscheidenden strategischen Vorteil erarbeitet und nach einer taktischen Abwicklung konnte ich die Gratulation meines Gegners entgegen nehmen. 4,5-3,5 war das Ergebnis, knapp an der Blamage vorbei.

Die letzte Runde in 2011 fand wieder daheim statt, gegen die Schachfreunde aus Kamen lief alles glatt. Beim ungefährdeten 6,5-1,5-Sieg steuerte ich wieder einen souveränen Sieg bei. Mein Gegner nutzte seine Bedenkzeit kaum, während ich wie immer diese voll ausschöpfte. Als mein Gegner mir gratulierte, hatte ich 117 Minuten meiner 120-minütigen Bedenkzeit verbraucht, er gerade einmal 33 Minuten. Entsprechend sah der Partieverlauf aus.

Nun bleibt zu hoffen, dass wir heute gegen Bönen einen ähnlich guten Tag erwischen wie in der letzten Saison. Damals konnten wir in Bönen 6,5-1,5 gewinnen, was einer Deklassierung gleich kam. So einfach wird es heute sicher nicht, aber ich hoffe doch, dass wir heute Abend als Tabellenführer grüßen können.