Soll ich überhaupt wählen?

Im Angesicht der vielen ausgeschlossenen Koalitionen und der aktuellen Umfragen scheint es ja für die morgige Bundestagswahl nur zwei mögliche Ausgänge zu geben. Entweder erhalten FDP und CDU direkt oder über den Umweg der Überhangsmandate den Regierungsauftrag oder aber die große Koalition wird fortgesetzt. Andere Optionen haben die Parteien ja leider vorschnell ausgeschlossen.

Daher kann ich es auch verstehen, wenn Menschen im Angesicht dieser wenigen tatsächlichen Wahlmöglichkeiten frustriert sind und der Wahl fernbleiben wollen. Die Frage, ob man überhaupt zur Wahl gehen soll, liegt da irgendwie nahe. Aber das ist der falsche Weg.

Egal, wem ihr eure Stimme geben wollt – einer der etablierten Parteien oder eine Splittergruppe, einer linken oder einer rechten Partei, einer Anarcho-Spaß-Truppe oder irgendwelchen religiösen Fanatiker – geht zur Wahl. Selbst wenn eure Stimme für die Tierschutzpartei oder die Piraten im Sammelbecken "Sonstige Parteien" untergeht, so ist es doch wichtig, seine Meinung durch ein Kreuz zu artikulieren. Selbst das Ungültigmachen des Stimmzettels ist eine bessere Alternative zur Stimmverweigerung.

Vielleicht ändert sich nicht viel am vorherzusehenden Ergebnis, aber nur wenn möglichst viele Menschen ihre Stimme abgeben, wissen wir und vor allem die Politiker in Berlin, wie die Stimmungslage der Nation ist. Wenn die Wähler dokumentieren, dass sie sich tatsächlich für die Zukunft unseres Landes interessieren, kommt vielleicht mal ein Politiker darauf, dass man Volkes Stimme ernst nehmen sollte. Und wenn nicht: dann haben wir es probiert und sind für weitere Konsequenzen nicht verantwortlich.

Egal, wen ihr wählen wollt: geht morgen wählen.