Nicht gegen Israel

Ashkan Dejagah ist ein junger Fußballspieler, der offenbar ganz ordentlich talentiert ist, sonst stünde er wohl kaum beim Bundesligisten VfL Wolfsburg unter Vertrag. Zudem ist als Deutsch-Iraner Mitglieder der deutschen U21-Nationalmannschaft. Das liest sich ja ganz ordentlich.

Dummerweise will die deutsche U21-Auswahl ein Spiel in Israel bestreiten. Nun wird es schwierig: dass Herr Dejagah iranische Wurzeln hat, macht die Lage kompliziert. Da die aktuellen Machthaber im Iran eine relativ geringe Wertschätzung für den Staat Israel haben, sehen sie es äußerst ungern, wenn ihre Sportler sich mit Athleten aus Gottes gelobtem Land messen. Die Sanktionen sollen vielfältig und nicht nur auf den Sportler beschränkt sein.

Wenn man das so sieht und bedenkt, dass Herr Dejagah noch Familienmitglieder im Iran hat, versteht man irgendwie, dass er das Spiel gegen Israel abgesagt hat. Ach, hätte er das doch bloß still und heimlich gemacht und nicht die "persönlichen Gründe" in der Öffentlichkeit herangezogen. Es hätte dem jungen Mann klar sein sollen, dass BILD und Co. diese als Israel-feindliche Einstellung des Fußballers werten würden. Nun fordern Politiker wie Herr Pflüger von der Berliner CDU gleich mal sportliche Sanktionen gegen Ashkan Dejagah.

Und natürlich darf der Zentralrat der Juden nicht fehlen, wenn auch nur im entfernsteten Sinne das Thema "Israel" betroffen ist. Mit alle Mann auf den armen Ashkan Dejagah, der nur genau das macht, was viele iranische Sportler vor ihm gemacht haben, nämlich einem Wettkampf in und gegen Israel aus dem Weg gehen. Und seine persönliche politische Einstellung hat er bisher auch nicht öffentlich gemacht. Aber das tut den polemischen Angriffen ja keinen Abbruch.

Dabei ist es doch bloß ein Spiel..