Lob von allen Seiten

Wenn man wie Theo Zwanziger plötzlich sehr laut und kräftig Unterstützung von allen Fußballpromis Deutschlands erhält, wäre ich vorsichtig. Wenn von allen seiten wider besseren Wissens die gute Arbeit gelobt, die der DFB-Präsident angeblich leistet, dann könnte das der erste Schritt vom Ende sein.

Die aktuelle Affäre um den Schiedsrichterfunktionär Amerell und seine Beziehung zu einem jungen Schiedsrichter haben den DFB schwach aussehen lassen, da dieser offenbar vorschnell öffentlich Partei ergriffen hat und nun im Angesicht des unklaren Gemenges von Aussagen und "Beweisen" plötzlich Gefahr läuft, sich eventuell vor einem Gericht wiederfinden zu müssen. Sicherlich hat die öffentliche Diskussion um den Fall Amerell dem DFB-Präsidenten eine Diskussion  um die Nationalmannschaft und deren müden Kick gegen Argentinien erspart (wie einst nach der 1:4-Klatsche in Italien vor der WM 2006), doch hätte man mit etwas mehr Besonnenheit und durchdachtem Vorgehen Schaden von Personen und Verband fernhalten können.

Doch auch schon zuvor hatte Zwanziger in der jüngeren Vergangenheit schon Führungsschwäche offenbart: der Vertragspoker um Nationaltrainer Löw und sein Team wurde nicht beendet, vielmehr sahen beide Seiten schlecht aus. Während der DFB-Präsident vor Monaten schon von einer Einigung berichtet hatte, kann man nun feststellen, dass bis jetzt gar nichts sicher ist. Hier hätte Theo Zwanziger sicherlich eine bessere Figur abgeben können. Aber auch der etwas länger zurückliegende Fall des Journalisten Weinreich hat Theo Zwanziger beschädigt hinterlassen.

Deshalb wäre ich als Theo Zwanziger vorsichtig, wenn plötzlich das ganze Umfeld trotz einiger Fehlleistungen plötzlich so laut und deutlich meine Position bestärkt. Vielleicht wird die eigene Rücktrittsdrohung plötzlich zum Bumerang..