Kokowääh

Wie versprochen gibt es hier einen weiteren Bericht von meinen Kinobesuchen.

Kokowääh

Til Schweiger als etwas abgehalfteter Drehbuchautor, der als Lebemann urplötzlich mit seinem achtjährigen Kind konfrontiert wird, folgt einem seit „Keinohrhasen“ oder „Zweiohrküken“ bekanntem Muster. Locker erzählt der multifunktionale Schweiger (Drehbuch, Regie und Hauptdarsteller) seine Geschichte von der plötzlichen Vaterschaft, den Konflikten mit dem „bisherigen“ Vater und den Weg zu seiner großen Liebe, allerdings versäumt der gescheiterte Hollywood-Star es, seine Geschichte auf ein Genre festzulegen, um ihr Tiefe zu verleihen.

Viele Szenen des Films sind handwerklich gut gemacht, aber Schweiger schwankt zwischen Drama, Romanze, bissiger Komödie und peinlichem Slapstick hin und her und bedient damit letztlich kein Genre ausreichend. So gibt es zwar einige nette Dialoge zum Schmunzeln, aber so wirklich lustige Szenen gibt es kaum. An anderer Stelle liefern sich die Väter Dialoge, die gut und gern Teil eines Drama sein könnten, um augenblicklich die Spannung durch aufgesetze Sprüche oder Slapstick aus der Szene zu nehmen. Das ganze ist freilich nett anzuschauen, aber leider auch inhaltlich sehr stark überzeichnet. Nicht wenige Handlungen der Figuren wirken unglaubwürdig und aufgesetzt, bloß um die im Grunde schon tausendfach erzählte Geschichte voranzutreiben.

Sicherlich lebt der Film von der jungen Hauptdarstellerin, „rein zufällig“ die Tochter von Herrn Schweiger, die durchaus zu überzeugen weiß.. Ähnlich wie Will Smith in Hollywood versucht Schweiger offenbar schon frühzeitig das Feld für seine Kinder zu bereiten und so das Familieneinkommen auf Jahrzehnte zu sichern. Aber Emma Schweiger allein macht aus einem durchschnittlichen Film kein Meisterwerk.

Kokowääh“ ist kein völlig schlechter Film, aber im Grunde dümpelt er so vor sich hin, ohne besondere Begeisterung hervorzurufen. Geld würde ich nicht noch einmal dafür ausgeben.