Ehe BETA

Als ich vom Vorschlag einer B-Politikerin namens Gabriele Pauli hörte, der besagt, man möge zukünftig Ehen (vorerst) nur auf sieben Jahre beschränken, wußte ich nicht, ob ich laut auflachen sollte. Klar, an Hand der hohen Scheidungsrate sieht man, dass der vermeintliche Bund fürs Leben in vielen Fällen dies leider nicht ist, aber im Umkehrschluß die Ehe als Lebensform von vornherein zu begrenzen, erscheint mir völlig falsch und dem Sinn der Ehe gegenläufig. Welche Bedeutung soll die Ehe denn dann bitte noch haben? Sicher, man hat ein Auskunftsrecht im Krankenhaus, beerbt sich automatisch (wobei hier sicherlich Fragen aufkommen, wenn ein Partner kurz vor Ablauf der Ehefrist stirbt und schon einen neuen Partner hat) und genießt als Paar gewisse steuerliche Vorteile.

Besonders letzteres dürfte die Ehe der Beliebigkeit aussetzen. Wenn man nach einer gewissen Zeit automatisch wieder auseinander geht, ist es eigentlich zu jeder Lebenslage interessant, einen Ehepartner zu haben, um in die günstige Steuerklasse zu kommen. Gut, Frau Pauli wird sich jetzt weniger Gedanken um die nacheheliche Versorgung von Ex-Ehepartnern gemacht haben (wie wahrscheinlich um jede Detailfrage, z.B. ob bestehende Ehen auf das neue Modell wechseln dürfen), aber was soll´s.. Es bliebe nur die Frage, warum solche "grandiosen" Ideen von Leuten kommen müssen, die schon zwei Ehen hinter sich haben.

Wirklich schade finde ich bei der ganzen Sache, dass Frau Pauli mit einem gezielt provozierenden Vorschlag auch das entsprechende Medienecho findet, um ihre B-Prominenz auszuweiten.