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Debakel

Für den 1. FC Köln war der vergangene Spieltag ein Debakel. Im Duell mit einem direkten Mitbewerber um den Abstieg lief beim Karnevalsverein wenig zusammen. Zum Glück möchte ich sagen, aber das ist ein anderes Thema.

Bremens Ergebnis war zwar kein Debakel, aber ähnlich wie die Schalker haben die Nordmänner eine große Differenz zwischen Anspruch und Realität. Das einzelne Spiel mag zwar kein klassisches Debakel sein, aber die gesamte Saison dürfte man unter dieser Rubrik abhaken.

Ein Debakel fügten meine Schachkameraden und ich am Sonntag unserem Gegner zu. Die Königsspringer aus Hamm waren ebenso wie der 1. FC Köln völlig von der Rolle und verloren ihr Heimspiel gegen uns mit 1:7. Zum Glück für die Schachfreunde aus Hamm endeten die letzten beiden Partien remis, denn die ersten sechs beendeten Spiele gingen komplett an Werne. Unter anderem konnte ich eine fehlerhafte Aufstellung meines Gegners konsequent ausnutzen.

Ein Debakel waren meine Tipps nicht ganz. Vier richtige Tendenzen sind okay.

Ergebnis 20. Spieltag: 4 Punkte

Vorjahresergebnisse: 3 / 1 / 3 / 3 (2009 / 2008 / 2007 / 2006)

Ratespiel

Ich habe in den letzten Tagen einige DVDs bestellt. Genauer gesagt: vier DVDs. Ihr dürft jetzt raten: welche dieser DVDs habe ich auf Wunsch meiner Frau gekauft?

Gran Torino

Gran Torino

Blind Side

Blind Side

Invictus

Invictus

RockNRolla

RockNRolla

Digitales Alter Ego -5-

Manchmal bin ich auch ein Superheld namens „Black Ice“.

Black Ice

Black Ice

Der Hellseher: Bundesliga 2010/11 – 20. Spieltag

Kurz vor dem Ende der Transferperiode werden die Mannschaften noch einmal durcheinander gewirbelt, so dass die Fans erst einmal die neuen Namen üben müssen. Es ist schon verwunderlich, wie sehr die Vereine daran glauben, dass man durch ein oder zwei neue Spieler das Blatt wenden kann.

Getippt wird diesmal wie folgt: ich nehme meine letzten achtzehn Partien bei freechess.de und deren Zehnerminutenwert des letzten Zugs als Torzahl für die jeweilige Mannschaft.

Heim Gast Ergebnistipp
Bayer Leverkusen Hannover 96 1:0
FC Schalke 04 1899 Hoffenheim 0:5
Werder Bremen Bayern München 4:4
VfL Wolfsburg Borussia Dortmund 2:1
1. FC Nürnberg Hamburger SV 5:1
FC St. Pauli 1. FC Köln 4:1
1. FC Kaiserslautern 1. FSV Mainz 05 5:1
VfB Stuttgart SC Freiburg 4:1
Eintracht Frankfurt Borussia Mönchengladbach 5:4

Mitten im Matt

Dies ist ein Test der Technik. Ich werde euch nicht regelmäßig mit Schachpartien belästigen, aber hin und wieder möchte ich mein Hobby hier verewigen. Und da WordPress einige nette Module bietet, relativ simpel Schachpartien einzubinden, probiere ich mal mein Glück.

Ich habe meine Siegpartie hier nicht gezeigt, weil sie so hervorragend von mir gespielt war. Dazu war der Gegner einfach zu begrenzt in seinen Mitteln. Allerdings finde ich das Matt am Ende der Partie recht hübsch. Alle Leichtfiguren engen den gegnerischen König ein, der völlig verlassen von seinen Figuren (in jederlei Hinsicht) in der Brettmitte sein Schicksal hinnehmen muss.

Blutdiamanten?!

Die zuletzt steigende Zahl der Spamnachrichten bringt auch wieder einige Klassiker hervor. Wenn ich überlege, wie häufig ich diese Geschichte mit verschiedenen Namen und einigen minimalen Variationen gelesen, sollte ich eigentlich den Eindruck gewinnen, dass alle Afrikaner geheime Millionäre sind.

Hallo !

Ich bin Frau  Anderline Aman aus Guinea .

Mein Ehemann war ein Diamanten-Haendler in Elfenbeinkueste bevor er von den Rebellen in Bouake ermordet war. Nach seiner Beerdigung habe ich ein DeponieZertifikat und einen Brief in seinem Wohnzimmer gefunden dass, er die Summe von USD 7.5 millione in der Kiste in einer Finanz-Sicherheistfirma deponiert fuer sicheres behalten hat. Ich haben nur einen Sohn. und er ist 23 Jahre alt.Wegen der Ermordung meines Ehemannes und der unruehigen politischen Lage bei uns und zwar meinem schlechten Gesundheitszustand, moechte ich das Geld bei Ihnen in Deutschland per Ihre Unterstuetzung investieren. Ich moechte gerne in Immobillien, Aktien und Transportsbranchen oder irgendwelche Branchen investieren. Sie werden 20% der Gesamtsumme als Provision fuer Ihre Unterstuetzung. bekommen. Ich warte auf Ihr baldige Antwort!

Mit fruendlichen Gruessen,

Anderline Aman.

Ich bin ja ein herzensguter Mensch, allerdings weiß ich nicht, ob ich das Geld von Diamantenhändlern in Sicherheit bringen sollte. Schließlich hört man ja so manches von Blutdiamanten..

Hamburger Sorgen

Der Spieltag nahm aus Sicht des FC St. Pauli ein unschönes Ende, kassierte mein Lieblingsverein doch kurz vor dem Schlußpfiff den Ausgleich. Dadurch landeten die Hamburger auf dem Relegationsplatz, da Werder Bremen durch Wettbewerbsverzerrung in Form von Arbeitsverweigerung in den Abstiegskampf eingegriffen hat.

Aber trotzdem kann der Hamburger Vorortverein halbwegs zufrieden sein, betrachtet man das Umfeld beim Stadtrivalen. Dort geht es sportlich zwar durchaus bergauf, einzig, das interessiert niemanden. Die Posse um Matthias Sammer als möglichen Sportdirektor beim HSV hat viele Beschädigte hinterlassen und den HSV in ein Führungschaos gestürzt. Man darf gespannt sein, welchen weiteren Verlauf die Komödie beim Uwe-Seeler-Verein nimmt.

So unschön die Situation bei beiden Hamburger Vereinen in diesen Tagen sein mag, das Tippergebnis vom 19. Spieltag ist extrem unbefriedigend. Mein Versuch, die eingehenden Spammails als Tippgrundlage zu nutzen, ist daneben gegangen. Und zwar so richtig.

Ergebnis 19. Spieltag: 0 Punkte

Vorjahresergebnisse: 2 / 7 / 3 / 3 (2009 / 2008 / 2007 / 2006)

Drama auf gelben Zetteln

„Frauentausch“ ist ein typisches Beispiel für Verblödungsfernsehen. Für RTL II ist es eine günstig produzierte Sendung, die zur besten Sendezeit unzählige Zuschauer vor die Mattscheibe lockt. Der Unterhaltungswert ist natürlich nicht existent, bestenfalls Freunde des Fremdschämen kommen auf ihre Kosten.

Wolfgang Sch. aus W., der geradezu masochistische Seiten hat und sich stundenlang fremdschämen kann, war so freundlich, mir zwei Bilder aus der letzten Sendung zukommen zu lassen.

Um das Szenario kurz zu umreißen: eine junge Dame mit etwa 200 kg Gewicht (aber ohne Job) bereitet ihre Wohnung für die Dame vor, die mit ihr die Plätze tauschen soll. An den Fernseher wird folgendes Zettelchen geklebt, welches in wunderbarer Art und Weise alle traurigen Aspekte im Leben der Schreiberin zusammenfaßt.

Liebligs Serie inicht fer Passen

Liebligs Serie inicht fer Passen

Man muss sich das vorstellen: da läuft ein Fernsehteam mit der guten Frau durch die Wohnung, läßt sie irgendwelche Zettelchen schreiben und filmt das auch noch seelenruhig, wohlwissend, dass sich die junge Dame auf Ewigkeiten blamieren wird.

Aber es kommt noch besser.

Unsere junge Hartz-IV-Empfängerin verfügt über einen zum Körpergewicht antiproportional steigenden Schönheitssinn. Da sie selbst nur sehr bedingtes Interesse hat, auf ihre Äußerlichkeiten zu achten, wünscht sie sich freilich auch keine Tauschdame, die der Körperpflege in besonderem Maße anhängt. Dies tut sie mit einem weiteren Zettelchen kund.

Wir hasen auf getakelte Tusies

Wir hasen auf getakelte Tusies

Und wieder filmt der RTL-II-Kameramann fleißig mit..

Ich frage mich nur, wieviele Zuschauer dieses Drama verstanden haben.

Der Hellseher: Bundesliga 2010/11 – 19. Spieltag

Wenn die Meisterschaft auf dem Platz schon relativ unspannend ist, macht man sie daneben spannend: Felix Magath kritisierte in diesen Tagen die Söldnermentalität der Spieler. Auf Grund der aktuellen Geschehnisse um den Hoffenheimer Profi Ba und Magaths Spieler Farfan ist dies durchaus verständlich, aber tritt man einen Schritt zurück, wird die Kritik des Schalker Trainers wie eine gut gepflegte Doppelmoral.

Ich möchte nicht davon anfangen, dass Magath als Stuttgarter Trainer auch seinen Wechseln zum FC Bayern forciert hat. Schaut man sich seine „Strategie“ bei seinen letzten beiden Stationen an, so merkt man doch, dass Magath selbst in Wolfsburg und Schalke das Söldnertum im Fußball enorm gefördert hat. In Wolfsburg hat er in zwei Jahren die Mannschaft fast komplett ausgetauscht, in dem er unzählige Spieler verkauft hat und ebensoviele aus ihren Verträgen herausgekauft hat. Beim FC Schalke 04 formt er die Mannschaft genauso. Die Kabinentür wird zur Drehtür, soviele Spieler haben die Knappen ge- und verkauft. Und wenn Spieler nicht Magaths Anforderungen genügen, werden sie recht fix (siehe Hans Sarpei) aussortiert und dürfen nur noch in der Regionalliga kicken, um so zum Wechsel bewegt zu werden.

Als Trainer fördert Magath das Söldnertum in besonderer Weise, sein Umgang mit ungeliebten oder unbenötigten Spieler ist hart und offensiv, um sie zum Wechsel zu drängen. Wie kann dieser Mann Spieler kritisieren, die das Söldnertum leben und beim Umgang mit dem Verein einfach den Spieß umdrehen? Nicht jeder Kicker möchte im Schalker oder Hoffenheimer Mittelmaß gefangen sein.

Aber wie gesagt: wenn es auf dem Platz nicht so läuft, schafft man sich Themen außerhalb des Grüns.

Getippt wird heute wie folgt: es werden die erstbesten 36 Spam-eMails aus meinem Postfach genommen, zu zweit jeweils den Vereinen von links oben nach rechts unten zugeordnet. Von diesen beiden eMails wird die erste Nachkomma stelle der kByte-Größe genommen und voneinander abgezogen. Das Ergebnis wird durch zwei geteilt, abgerundet und dem jeweiligen Verein als Torzahl gutgeschrieben. Das führt zu folgenden Ergebnissen:

Heim Gast Ergebnistipp
Hamburger SV Eintracht Frankfurt 0:3
Bayern München 1. FC Kaiserslautern 1:1
Borussia Dortmund VfB Stuttgart 3:1
1. FSV Mainz 05 VfL Wolfsburg 0:0
SC Freiburg 1. FC Nürnberg 2:1
Hannover 96 FC Schalke 04 0:0
1. FC Köln Werder Bremen 1:3
Borussia M’gladbach Bayer Leverkusen 1:1
1899 Hoffenheim FC St. Pauli 1:0

Komma Kirsche beten!

Dass die deutsche Sprache immer häufiger durch regelwidrige Veränderungen ihrer Schönheit beraubt wird, habe ich hier schon unzählige Male aufgezeigt. Allerdings ging es dabei zumeist um das geschriebene Wort, vor allem auch deshalb, weil ich dazu die entsprechenden Beweise in Form von Bildern mitliefern konnte. Aber eigentlich ist es die gesprochene Sprache, die unter der täglichen Vergewaltigung durch Sprachveränderer leidet.

Schakeline, komma bei die Omma

Dieser Kunstsatz ist inzwischen (inklusive einiger Varianten) zum geflügelten Wort verkommen. Wahrscheinlich gibt es niemanden, der diesen Satz jemals so gesagt hat. Und doch komprimiert er die Aushöhlung der deutschen Sprache auf knappe fünf Worte. Noch besser sogar: nicht nur die sprachlichen Nöte werden überraschend simpel offenbart, auch die sozialen Entwicklungen, die Hand in Hand mit der Entwicklung unserer Sprache einhergehen, werden aufgezeigt. So perfekt kann eigentlich nur Kunst sein. Oder doch nur das wahre Leben?

Lass uns LIDL gehen.

Dieses Beispiel ist leider der Wirklichkeit entnommen. Das Weglassen der Präposition umschifft eine schwere Klippe, die die jugendliche Sprecherin wahrscheinlich zielgenau zum Kentern gebracht hätte. Gehen wir zum LIDL, in den LIDL, nach LIDL oder gar bei LIDL? Vorsichtshalber läßt man diese nur selten benötigte Angabe weg und hält den Satz ansonsten relativ simpel. Dadurch kommt die zu übermittelnde Nachricht trotz der sprachlichen Mängel beim Empfänger an, was ja die Hauptsache ist. Schafft man es als Sender der verbalen Botschaft wirklich, seine Sätze nicht nur kurz zu halten, sondern auch alle Angaben zu umgehen, deren Weglassen zur Doppel- oder Fehldeutigkeit führt, erfüllt man zumindest beim geneigten Empfänger alle Ansprüche an einen geregelten Informationsfluss. Das Ergebnis bleibt natürlich grausam, wenn man als (unfreiwilliger) Zuhörer um die Schönheit und die Stärken der deutschen Sprache weiß.

Wolln wa Kirsche beten gehn?

Diesen herrlichen Satz habe ich genauso in Dortmund aufgeschnappt. Wenn „ch“ und „sch“ zu einem Laut verschmelzen, beginnt der sinnentstellende Teil des sprachlichen Wandels. Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man der Sprecherin und ihrer Freundin eigentlich ein Kompliment machen. Sie haben die Sprache derart verkürzt und verändert, dass ein Dritter allein mit diesem Satz nur bedingt etwas anfangen kann, sie selber aber zumindest aus dem Kontext genau wissen, welchen Vorschlag die Sprecherin ihrer Freundin unterbreiten wollte. Das könnte man sehr wohlwollend als Verschlüsselung bezeichnen, aber das würde den Beteiligten wohl kaum gerecht. Übrigens wurde das freundliche Ansinnen der Sprecherin mit einem gemeinsamen Lachen quittiert, was in diesem Fall einer Ablehnung gleichkam.

Eigentlich müßte man mit einem stets eingeschalteten Aufnahmegerät durchs Leben gehen, um die sprachlichen Fehlleistungen zu dokumentieren. Dabei stünde aber Aufwand zu Nutzen in keiner vernünftigen Relation, so dass ich mich zukünftig weiterhin auf die schriftlichen Fehlgriffe beschränken werde. Außerdem reicht es, das Elend in einer Form für die Nachwelt aufzubewahren.

In diesem Sinne: „Schantal, mach dat Mäh ma Ei!“