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Von Zeitnot geprägt

Nachdem ich zuletzt von unserem Erfolg geschwärmt habe, präsentiere ich heute meine etwas wilde Partie. Ab dem 25. Zug stand ich zeitlich arg unter Druck, so dass mir die Partie entglitt. In der Zeitnotphase hatte ich dann das Glück, dass mein Gegner bessere Fortsetzungen (37. .. Dc7 oder 40. .. Dc3) übersah und stattdessen in eine Kombination lief, die ich in größter Zeitnot gesehen hatte.

Die Überschrift gilt natürlich nicht nur für diese Partie, sondern auch für mich allgemein. Durch die Übernahme einer Leitungsfunktion finde ich momentan etwas weniger Zeit, diese Seiten regelmäßig zu befüllen. Ich hoffe, dass sich diese Not nach einiger Eingewöhnungszeit wieder legt.

Gute Nachricht, schlechte Nachricht

Die gute Nachricht: am Sonntag konnten wir die Tabellenführung übernehmen. Ein souveräner 6-2-Sieg gegen Bönen bedeutet die alleinige Tabellenführung und gute Aufstiegschancen. Meine eigene Partie war wechselhaft: nach der Eröffnung nahm ich das Heft in die Hand, schnürte meinen Gegner ein und alles sah nach einer klaren Sache aus. Doch ich geriet wie immer in Zeitnot und fand die richtige Fortsetzung nicht. Stattdessen glitt die Partie mir aus den Händen, ein Bauernverlust war die Folge. Und dann kam mein Gegner auch in Zeitnot, übersah eine Gewinnfortsetzung und übersah dann eine herrliche taktische Wendung, die mir eine Qualität sicherte. Mit diesem Materialvorsprung konnte ich nach der Zeitnotphase meine Partie erfolgreich beenden.

Die schlechte Nachricht: am 21. Januar wollte ich eigentlich nach Essen zum Wrestling fahren. Am Samstag kam die Karte an, gestern wurde die Veranstaltung auf Grund mangelhafter Vorverkäufe abgesagt. So ein Mist..

Tag der Vorentscheidung

Heute Nachmittag findet die vorentscheidende 6. Runde der Bezirksliga des Schachbezirks Hamm statt. Es kommt in Bönen zum Spitzenspiel des SV Bönen gegen den SK Werne. Beide Mannschaften sind verlustpunktfrei, lediglich die etwas bessere Ausbeute an Brettpunkte läßt die Bönener vor uns in der Tabelle liegen. Es wird also spannend am heutigen Nachmittag.

Die bisherige Saison war für die Mannschaft – natürlich – sehr gut, auch wenn man sich nicht blenden lassen sollten. Von den fünf Gegnern waren vier Abstiegskandidaten und somit Pflichtübungen. Meine Bilanz ist mit 3,5 Punkten aus 5 Partien durchschnittlich.

Aber wagen wir mal einen kleinen Rückblick.

Zum Saisonauftakt waren wir beim Aufsteiger aus Werl zu Gast, der uns relativ wenige Probleme machte. Zwar mussten wir wegen kurzfristiger Erkrankung einen Punkt abgeben, in den restlichen Partien leistete Werl erschreckend wenig Gegenwehr. Lediglich mein Gegner hatte Normalform und so endete die Partie folgerichtig remis, auch wenn ich vielleicht etwas angenehmer stand. 6,5-1,5 war der verdiente Endstand zu unseren Gunsten.

In der zweiten Runde hatten wir wieder ein Auswärtsspiel, diesmal gegen die zweite Bönener Mannschaft. Während unser heutiger Gegner stark besetzt ist, wird es für das Reserveteam sehr eng. An den unteren Brettern kamen Nachwuchstalente zum Einsatz, was mein Glück war. Etwas forsch konnte ich einen Bauern gewinnen, um im Gegenzug dank eigener Passivität unter Druck zu geraten. Der Unerfahrenheit meines Gegners ist es zu verdanken, dass er diesen Druck schnell auflöste und in ein für mich klar besseres Endspiel abwickelte, was ich erfolgreich zum Sieg führen konnte. Ein weiteres 6,5-1,5 stand am Ende zu Buche.

Beim ersten Heimspiel der Saison gab es gleich die erste Hürde. Mit dem SV Unna kam ein weiterer Aufstiegsaspirant nach Werne. Ein hart umkämpfter Nachmittag endete mit einem 5-3-Sieg, wobei alle Partien einen Sieger fanden. Leider gehörte ich nicht zu den Siegern. Meine etwas harmlose Spielanlage verschlechterte sich in gegenseitiger Zeitnot, so dass ich am Ende die Waffen strecken musste.

In der vierten Runde durften wir nach Ahlen, einem weiteren Abstiegskandidaten. Anfangs lief alles gut, unsere Bretter 5, 7 und 8 gewannen schnell, es sah alles nach dem erwarteten Sieg aus. Doch plötzlich mussten unsere ersten drei Bretter trotz nomineller Überlegenheit die Waffen strecken, es stand 3-3. Doch diesmal hatte ich einen guten Tag erwischt, mir entscheidenden strategischen Vorteil erarbeitet und nach einer taktischen Abwicklung konnte ich die Gratulation meines Gegners entgegen nehmen. 4,5-3,5 war das Ergebnis, knapp an der Blamage vorbei.

Die letzte Runde in 2011 fand wieder daheim statt, gegen die Schachfreunde aus Kamen lief alles glatt. Beim ungefährdeten 6,5-1,5-Sieg steuerte ich wieder einen souveränen Sieg bei. Mein Gegner nutzte seine Bedenkzeit kaum, während ich wie immer diese voll ausschöpfte. Als mein Gegner mir gratulierte, hatte ich 117 Minuten meiner 120-minütigen Bedenkzeit verbraucht, er gerade einmal 33 Minuten. Entsprechend sah der Partieverlauf aus.

Nun bleibt zu hoffen, dass wir heute gegen Bönen einen ähnlich guten Tag erwischen wie in der letzten Saison. Damals konnten wir in Bönen 6,5-1,5 gewinnen, was einer Deklassierung gleich kam. So einfach wird es heute sicher nicht, aber ich hoffe doch, dass wir heute Abend als Tabellenführer grüßen können.

Deutschland ist Europameister

Unglaublich.

Unbeschreiblich.

Eine echte Sensation.

Deutschland ist Europameister .. im Schach. Gegen die Ostblockdominanz konnte ich das deutsche Team nach neun Runden in Griechenland behaupten und sicherte sich mit einem überragenden 2.5-1.5 gegen Armenien den Turniersieg.

Die Nicht-Schachspieler unter meinen Leser mögen meine Begeisterung verzeihen, aber dieses Ergebnis ist ähnlich sensationell wie ein Sieg Österreichs bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Als Nummer 10 der Setzliste war das deutsche Quartett (Quintett mit dem “Ersatzspieler”) mit 37 Konkurrenten ins Rennen gegangen, die Erwartungen im Vorfeld waren nicht zu hoch.

Nach einem Pflichtsieg gegen Montenegro folgte ein Kurz-Unentschieden gegen Israel. Bis dahin schien alles “normal”, doch dann gingen die Sensationen los. Einem überraschenden Sieg gegen die starken Ungarn folgte eine echte Sensation. Die an 2 gesetzte (und in diesem Turnier letztlich indisponierte) Ukraine wurde mit 3.5-0.5 gerade deklassiert.

Der Freude folgte die erwartete Ernüchterung. Gegen Bulgarien mit dem ehemaligen Weltmeisterschaftskandidaten Topalov verlor man deutlich mit 1-3. Das Losglück war den Deutschen hold, gegen die One-Man-Show Italien (lediglich Fabiano Caruano hat Weltklasseniveau) gab es ein verdientes 3-1.

Drei Runden vor Schluß schien alles drin. In Runde 7 stand mit Rumänien (Setzliste 17) ein Überraschungsteam als Gegner parat. Ein knappes 2.5-1.5 bedeutete einen wichtigen Schritt nach vorn, doch da stand mit Aserbaidschan (Setzliste Nr. 3) ein harter Brocken vor der Tür. Der folgende 2.5-1.5-Sieg war schon eine echte Sensation, doch die Schlußrunde setzte dem Verlauf noch einen drauf.

In der Runde 9 hieß es Erster gegen Zweiter, Armenien gegen Deutschland. Beide Mannschaften mussten gewinnen, um sicher Europameister zu werden, ein Unentschieden hätte Aserbaidschan Chancen gelassen. Der Verlauf war interessant und spannend. Deutschlands Brett 1, Arkadij Naiditsch, einigte sich mit dem Weltklassespieler Aronian nach elf Zügen auf Remis, nur zehn Züge mehr leistete Daniel Friedman an Brett 3. Der Zwischenstand war 1-1, allerdings hatten die verbleibenden Schachfreunde Meier und Gustafsson den leichten Nachteil, die schwarzen Steine zu führen. Doch Georg Meier bewies einmal mehr seine gute Form und brachte seine Partie erfolgreich heim. Nun hing es am Hamburger Jan Gustafsson, der in sehr schwieriger Position starke Nerven bewies. Sehr lange kämpfte er mit einem leichten Nachteil, bis er diesen in ein unentschiedenes Endspiel überführen konnte – remis, Mannschaftssieg und Titelgewinn.

Ich habe Gustafssons Partie beim Spülen verfolgt und war gefesselt. Allerdings wäre es nicht gerecht, einen der fünf deutschen Spieler hervorzuheben, denn alle gemeinsam und jeder für sich haben hervorragend gespielt und sind über sich hinausgewachsen. Ein eher mittelmäßiges Team wurde durch taktische Meisterleistungen, sehr gute Vorbereitung und dem kleinen Quentchen Glück, das man bei jedem ganz großen Wurf braucht, völlig verdient Europameister. Gratulation an die deutsche Mannschaft.

Einfach unglaublich.

Mittelschwere Regelkunde

Eine spannende interessante Schachaufgabe habe ich im Internet gesehen. Die Schwierigkeitsstufe soll “Mittel” sein, aber so recht glaube ich das bei diesem Diagramm nicht.

Finde den besten Zug für Schwarz.

Ich weiß, dass (leider) nicht jeder meiner Leser Schach spielt, deshalb die Erklärung. Der weiße Springer auf dem Feld g5 setzt den schwarzen König ins Schach. Um dieses aufzuheben, muss entweder der König auf ein nicht bedrohtes Feld ziehen oder der Springer geschlagen werden. Letzteres geht nicht, daher bleibt nur, den König aus der Gefahrenzone zu ziehen. Die Felder h6, g6, h7 und h8 werden von der weißen Dame bedroht, also bleibt nur, den König nach g8 zu bewegen. Das heißt, die Aufgabe lautet eigentlich: “Finde den einzig möglichen Zug für Schwarz”. Das ist aber simpelste Regelkunde und mit Sicherheit nicht “mittlerer Schwierigkeitsgrad”.

Und wer jetzt meint: “Okay, dann ist dies eine mehrzügige Aufgabe.”, dem sei hier der Beweis geliefert, dass der Nachweis der Regelkunde als Lösung hingenommen wird.

Offenbar hat der generelle Niveau- und Anforderungsverlust auch das königliche Spiel erreicht..

Übersättigung

Heute wird der Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 gefeiert zelebriert begangen.

So langsam herrscht bei mir allerdings eine Übersättigung zu diesem “Jubiläum”, schließlich gibt es seit Tagen kaum ein anderes Thema in den Medien. Leider geht es dabei zumeist um Emotionen, gewaltige Bilder und irgendwelche Augenzeugen. Kritisches Nachdenken über die Folgen für uns alle und die Reaktionen der Regierungen findet man leider viel zu selten.

Deshalb bin ich ganz froh, dass ein großer Teil meines Tages vom Schachspiel gegen Werl bestimmt wird.

Sportlich schlechtes Osterfest

In sportlicher Sicht war Ostern nicht so erfolgreich.

Beim vereinsinternen Osterblitzen konnte ich gegen meine Schachkameraden nur mäßig erfolgreich spielen. Ein Mittelfeldplatz entsprach nur bedingt meinen Erwartungen, allerdings habe ich auch zu wechselhaft gespielt, um mehr zu erreichen.

Wechselhaft war am Gründonnerstag mein Schach bei der Bezirksblitzeinzelmeisterschaft. In einem sehr stark besetzem Feld fand ich nur schlecht ins Turnier, konnte mein gutes Spiel gegen starke Spieler nicht belohnen, um dann gegen Gegner meine Kragenweite zu patzen. So landete ich im hinteren Drittel des Tableaus.

Und dann spielt sich mein Lieblingsverein auf den letzten Tabellenplatz der Bundesliga und meine Tipps ergeben lediglich drei richtige Tendenzen.

Ergebnis 31. Spieltag: 3 Punkte

Vorjahresergebnisse: 3 / 5 / 5 / 8 (2009 / 2008 / 2007 / 2006)

Winning

Am Sonntag war ich wie Charlie Sheen – winning.

In der Bezirksliga des Schachbezirks Hamm mussten wir zum (geteilten) Spitzenreiter nach Bönen. Für uns gab es nur sehr theoretische Chancen, noch irgendwas in der Liga zu erreichen, trotzdem wollten wir uns teuer verkaufen und uns schon gar nicht vorwerfen lassen, durch nachlässiges Spiel Wettbewerbsverzerrung zu betreiben.

Nach einem schnellen Remis am letzten Brett passierte bis zur Zeitnotphase fast nichts, doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Meine Mitspieler und ich erwiesen uns als deutlich nervenstärker (und hier und da etwas glücklicher) als die Schachfreunde aus Bönen. Sechs Partien gingen an Spieler aus Werne, lediglich ein Mannschaftskamerad musste sich einem Ex-Tabellenführer beugen. 6.5 – 1.5 lautete das Endergebnis, wahrlich “winning”.

Meine Partie lief überraschend glatt. Da mein Gegner extrem passiv spielte, konnte ich mich gemütlich aufbauen, mir Raumvorteile verschaffen und dann zum finalen Angriff ansetzen. Zwar verpaßte mein Gegner auch in der Zeitnotphase einige bessere Fortsetzungen, doch ich fühlte mich eigentlich durchgehend gut.

Nicht so “winning” waren meine Tipps. Ein richtiger Tipp sowie (leider) eine richtige Tendenz beim Stuttgart-Spiel sind nur sehr mau.

Ergebnis 26. Spieltag: 4 Punkte

Vorjahresergebnisse: 7 / 9 / 6 / 3 (2009 / 2008 / 2007 / 2006)

Debakel

Für den 1. FC Köln war der vergangene Spieltag ein Debakel. Im Duell mit einem direkten Mitbewerber um den Abstieg lief beim Karnevalsverein wenig zusammen. Zum Glück möchte ich sagen, aber das ist ein anderes Thema.

Bremens Ergebnis war zwar kein Debakel, aber ähnlich wie die Schalker haben die Nordmänner eine große Differenz zwischen Anspruch und Realität. Das einzelne Spiel mag zwar kein klassisches Debakel sein, aber die gesamte Saison dürfte man unter dieser Rubrik abhaken.

Ein Debakel fügten meine Schachkameraden und ich am Sonntag unserem Gegner zu. Die Königsspringer aus Hamm waren ebenso wie der 1. FC Köln völlig von der Rolle und verloren ihr Heimspiel gegen uns mit 1:7. Zum Glück für die Schachfreunde aus Hamm endeten die letzten beiden Partien remis, denn die ersten sechs beendeten Spiele gingen komplett an Werne. Unter anderem konnte ich eine fehlerhafte Aufstellung meines Gegners konsequent ausnutzen.

Ein Debakel waren meine Tipps nicht ganz. Vier richtige Tendenzen sind okay.

Ergebnis 20. Spieltag: 4 Punkte

Vorjahresergebnisse: 3 / 1 / 3 / 3 (2009 / 2008 / 2007 / 2006)

Brutale Unterhaltung?!

Am vergangenen Samstag war ich mit dem Bloggerkollegen Magnus beim Ultimate Fighting in Oberhausen. Nachdem wir am Freitag eine tolle Wrestlingshow in Köln gesehen haben, durften wir nun live die umstrittenen Käfigkämpfe sehen.

Ich möchte hier nicht die Showergebnisse runterleiern, die kann man im halben Internet nachlesen. Vielmehr möchte ich ein paar Eindrücke loswerden.

Der zeitliche Rahmen

Die Show begann um 18:20, der Einlass sollte um 17:15 beginnen. Dummerweise ließen die Ordner erst gegen 17:40 die Leute ein, was recht langwierig war. Trotzdem waren wir gegen 18:15 an Ort und Stelle. Der eigentliche PPV sollte erst um 21 Uhr beginnen, die Zeit bis dahin sollten fünf "Vorkämpfe" füllen. Wären alle weitesgehend über die Distanz von dreimal fünf Minuten gegangen, wäre alles gut gewesen. Leider endeten aber vier Kämpfe vorzeitig, so dass es in der Summe von 18:20 bis 21 Uhr deutlich mehr als eine Stunde Pause gab, was schon etwas aufs Gemüt schlug. Beim eigentlichen PPV war die Abfolge dann straff, wobei sicherlich zum Ärgernis des Veranstalters beim PPV tatsächlich vier Kämpfe über die volle Distanz gingen. Das Ende der Show war gegen 23:30.

Der Blick aufs Ganze

Da wir auf Höhe des Oktagons platziert waren, blickten wir direkt auf den Maschendrahtzaun, an dessen Pfosten Kameramänner und Fotografen standen. Daher war es via direkten Blick schwer möglich, die kleinen Details der Kämpfe zu sehen. Zum Glück hingen an den Seiten der Hallen große Bildschirme, auf denen man die Bilder der Kameras sehen konnte. Das war zwar gut, hinterläßt aber den faden Beigeschmack, dass man zum Fernsehen den Liveevent besucht hat.

Bandidos und "Heil Hitler" – die Besucher

Die Halle war weitesgehend voll. Aus aller Herren Länder kamen die Besucher, unter denen erwartungsgemäß viele Freunde der körperlichen Ertüchtigung waren. Zwei interessante Erlebnisse gab es aber.

Nach dem zweiten oder dritten Kampf nahmen in unserem Block zirka 40 bis 50 Bandidos ihren Platz ein. So eine Ansammlung von Zweiradfreunden in voller Kluft ist schon ganz beeindruckend. Noch spannender war die Tatsache, dass die Herren sich ein oder zwei Kämpfe ansahen und dann geschlossen wieder abzogen. Das muss man nun wirklich nicht verstehen.

Zwei Reihen vor uns saß eine Gruppe junger Männer, die offenbar schon vor der Veranstaltung dem Alkohol beträchtlich zugesprochen hatten. Als bei einem der Vorkämpfe ein Deutscher antrat, wurde einer der Herren sehr aktiv. Lautstark wollte er seine Unterstützung für unseren Landsmann zum Besten geben, indem er abwechselnd den Namen des deutschen Kämpfers rief, ein "Hurensohn" in den Raum schrie oder "Deutschland" brüllte. Höhepunkt war die Entgleisung "Deutschland – Heil Hitler", die er mehrfach wiederholte. Die drei Meter entfernt stehende Sicherheitsfachkraft sah allerdings keinerlei Veranlaßung, diese Verfehlung zu unterbinden. Zu unserem Glück machte es die Gruppe um diesen Herrn den Bandidos nach und verließ die Veranstaltung vorzeitig.

Der eigentliche Sport

Ultimate Fighting ist an sich ganz interessant. Die Kämpfe sind sehr abwechslungsreich, nehmen sehr unterschiedliche Verläufe und sind recht kurzweilig. Natürlich ist der Sport brutal und nichts für kleine Kinder. Es floß in Oberhausen allerdings genau zweimal Blut, was bei zehn Kämpfen keine allzu schlimme Quote. Beim Boxen sieht es nicht selten auch schlimm aus.

Während der ganzen Veranstaltung gab es nur zwei oder drei Momente, in denen die häufig kritisierte Brutalität des Sports hervortrat. Wenn man aber den ganzen Abend betrachtet, fragt man sich schon, ob da einige Politiker und Jugendschützer nicht etwas über das Ziel hinausschießen. K-1, Boxen, Ringen und andere Kampfsportarten haben auch ihre Momente, in denen man als besorgte Elterngeneration seine Zweifel haben muss.

Der beste Job der Welt

Immerhin habe ich bei dieser Veranstaltung den besten Job der Welt kennengelernt. Es gibt beim UFC einen Kameramann, dessen einziger Job es ist, die Nummerngirls zu filmen. Der sitzt den ganzen Kampf neben dem Oktagon und steht erst auf, wenn das Nummerngirl seine Runde macht. Wenn diese Frau dann eine bestimmte Stelle erreicht hat, steht er auf und gibt der Dame ein Zeichen, weiterzugehen. Dann verfolgt er sie mit der Kamera, wobei er sich dann schön am Hintern der jungen Frau orientieren kann. Wenn das Nummerngirl dann sitzt und einen Kuss in die Kamera gegeben hat, hat der Mann mit dem besten Job der Welt wieder Pause.

Ob die Kameramänner vor der Show auslosen, wer von ihnen nun die Arsch-Kamera bedienen darf?

Fazit

Es war eine sehr interessante Erfahrung, UFC 122 besucht zu haben. Danke dafür an Magnus, der diese fünf Stunden ermöglicht hat. Allerdings muss man sagen, dass die zeitliche Langatmigkeit und die Tatsache, dass man sehr viel auf die Fernsehschirme schaut, mich dazu tendieren lassen, UFC eher via Internet/DVD/TV zu verfolgen. Für einen Liveevent der UFC Geld auszugeben, würde ich mir sehr stark überlegen.