Rechnen für Journalisten [UPDATE]

Wernes neuer Bürgermeister steht offenbar fest. Nachdem FDP und SPD den parteilosen Lothar Christ ins Rennen geschickt haben, ist die örtliche CDU gestern nach einem peinlichem Intermezzo mit einem externen Kandidaten auch auf diesen Zug aufgesprungen, so dass Herr Christ schon das Tafelsilber stehlen müßte, um nicht Bürgermeister von Werne zu werden.

Aber diese politische Situation ist nicht Auslöser für diesen Beitrag, sondern vielmehr die Berichterstattung über die gestrige CDU-Entscheidung. Bei dieser Versammlung haben die Mitglieder der CDU abgestimmt, ob Herr Christ ihr Kandidat wird. Und das Ergebnis berechnet der "Westfälische Anzeiger" so:

WA rechnet

Mhm, sicherlich ist Mathematik nicht erste Journalistenpflicht, aber das Ablesen des Taschenrechnerdisplays sollte schon drin sein. 57*100/78 sind ziemlich genau 73. Da gibt es sogar nicht viel zu runden. Die von Magnus viel gescholtenen "Ruhr Nachrichten" machen es übrigens schon in der Überschrift richtig:

RN

Naja, Herrn Christ werden die Rechenkünste der lokalen Presse egal sein. Hauptsache, sein Kämmerer ist auf dem Gebiet gewandter..

UPDATE vom 9.12.2008: Wahlrecht für Blogger

Völlig berechtigt weist mich mein Leser Rolf W. darauf hin, dass Enthaltungen üblicherweise nicht zur Berechnung des Prozentsatzes hinzugezogen werden, so dass beide Zeitungen falsch liegen. Herr Christ hat demnach satte 77% erhalten (=57*100/74).