Alles Niebulös

Dirk Niebel ist ein lustiger Geselle. Noch vor nicht allzu langer Zeit gehörte er zu den Menschen, die das Entwicklungsministerium abschaffen wollten. Nun ist seine Partei an der Macht und Herr Niebel übernahm, vielleicht der erste schlaue Streich von Frau Merkel, ausgerechnet eben jenes Ministerium, dessen Existenzberechtigung man auch objektiv durchaus in Frage stellen darf.

Wenn man aber schon Minister wider Willen ist, dann muss man dieses Amt auch ausleben. Also setzt sich der kleine Dirk in den Flieger und bereist die Welt, quasi als "Außenminister light". So sollte sein Weg ihn auch nach Gaza führen, wo er ein deutsches Entwicklungshilfeprojekt besuchen wollte.

Dabei generierte der Staat Israel eine Nachricht, die schon kurz aufhorchen läßt: sie ließ unseren Entwicklungsminister Niebel nicht in den Gaza-Streifen. Trotz Intervention des Außenministers blieb Israel hart und ließ Dirk Niebel nicht einreisen. Vielleicht hatte er ja Raketen im Handgepäck oder ist als Anhänger von Henning Mankell bekannt, die Gründe blieben nebulös.

Nun was macht Dirk Niebel? Er stellt erstmal ganz frech fest, dass es für Israel "fünf vor zwölf" sei. Die Konsequenzen lies er offen. Sicherlich ist Israels Vorgehen kritikwürdig, aber dass solch saloppe Sprüche besonders in Deutschland ein entsprechendes Echo nach sich ziehen würde, mußte auch Herrn Niebel klar sein.

Diese politische Naivität kann man einem Mann wie Dirk Niebel eigentlich nicht abnehmen. Also bleibt doch nur die Vermutung, dass er sich ganz schnell aus dem Amt verabschieden möchte, das er selbst für überflüssig erklärte. Anders kann man sich solche Sprüche nicht erklären.